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Wie verändert KI die Customer Journey?
Ein Gastvortrag im MBA-Programm der Mannheim Business School
von Barnabas Szantho
16.10.2025
Neues Semester, neue Themen. Letzte Woche habe ich im MBA-Programm der Mannheim Business School eine Gastvorlesung gehalten, über die Frage, wie Künstliche Intelligenz die digitale Customer Journey verändert. KI revolutioniert derzeit alle Bereiche von Marketing und Handel, insbesondere wie Buyer online suchen, vergleichen und Kaufentscheidungen treffen.
Der Website-Traffic über KI Tools steigt rasant
Künstliche Intelligenz (z. B. ChatGPT) entwickelt sich schnell zu einem neuen Kanal. Laut Adobe Analytics verdoppelt sich der Traffic von KI-Tools auf US Retail-Websites alle zwei Monate. Die Daten basieren auf der Analyse von über einer Billion Website-Besuchen, das klingt also durchaus belastbar.
Dieser Trend gewinnt an Dynamik, weil die KI-Suche schlichtweg besser funktioniert. Aktuelle Experimente des NIM und der Fachhochschule Vorarlberg zeigen, dass User mit KI-Tools bis zu 20 % bessere Ergebnisse erzielen als mit klassischen Suchmaschinen. Im Versuch mussten Teilnehmende aus drei vorgeschlagenen Produkten die beste Option identifizieren. Sie wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: eine nutzte ChatGPT, die andere Google Search.
Der Kampf um die Zukunft des Internets
Das verdeutlicht auch den intensiven Wettbewerb im Hintergrund darüber, wie das Internet der Zukunft aussehen wird. Derzeit ist das Internet größtenteils kostenlos, und sein Geschäftsmodell basiert auf Werbung, die zum größten Teil von Google ausgeliefert wird. OpenAI bietet Google die Stirn. Ihr Ansatz basiert auf Abonnements, und sie treten dabei in direkten Wettbewerb mit Google:
- Seit Oktober 2023 kann ChatGPT im Web browsen.
- Seit Oktober 2024 verfügt ChatGPT über eine integrierte Suchfunktion, die der Google-Suche sehr ähnlich ist.
- Ab Oktober 2025 kann man Atlas herunterladen – einen Browser (ähnlich wie Chrome oder Safari) mit eingebauter ChatGPT-Funktionalität.
Google versucht aufzuholen. Im März 2025 hat das Unternehmen den sogenannten „AI Mode“ eingeführt, der ChatGPT erstaunlich ähnlich ist. Und Google betont, dass dies die Zukunft der Suche sei.
Was bedeutet das für das Marketing?
Aktuelle Studien zeigen, dass User im AI Mode rund 70 % der Zeit keine externen Links mehr anklicken. Sie stellen dem Chatbot eine Frage, bekommen die Antwort und verlassen das Tool, ohne eine Website zu besuchen. Doch diejenigen, die klicken, bleiben länger auf den Zielseiten und haben eine geringere Absprungrate, da sie sich bereits weiter in der Buyer Journey befinden.
Damit wird das, was Google den „messy middle“ der Customer Journey nennt, noch unübersichtlicher: Awareness, Interesse und Consideration können nun gleichzeitig innerhalb eines einzigen Tools stattfinden.
Das Marketing hat daher zwei zentrale Aufgaben:
- Sichtbarkeit innerhalb von KI-Tools sicherstellen, und
- Website-Inhalte für die neue Buyer Journey optimieren.
Wenn sie mehr darüber erfahren möchten, wie das konkret funktioniert, vereinbaren Sie gerne ein kostenloses Beratungsgespräch.
